Junges Blut: die Kornbrenner von Ehringhausen

Die einen mögen sich einen Gin einschenken, die anderen einen Whisky. In Westfalen aber trinkt man Korn. Nicht irgendeinen, es darf schon ein barrique-gereifter Dinkelbrand sein. Was ein Korn so alles kann, zeigt die Brennerei Ehringhausen in Werne. Ein Familienunternehmen mit bäuerlichen Wurzeln bis ins Jahr 1237, frisch belebt durch das Geschwisterpaar Theres und Georg Glitz-Ehringhausen.

Soziale Daten gegen Infektionen: digitale Epidemiologie

Prof. Dr. Dirk Brockmann, Physiker und Komplexitätsforscher, ist ein Mann mit vielen Interessen: EHEC und Ebola, Tweets und Facebook-Posts, Schweineställe und Bienenstöcke, internationaler Flugverkehr und Laborproben mit multiresistenten Bakterien. Wer oder was auch immer wertvolle Daten liefert, landet im Fokus der Digitalen Epidemiologie und damit in Brockmanns – brandaktuellem – Forschungsfeld. In ihm entstehen Computersimulationen, die die Ausbreitung von Infektionserkrankungen vorhersagen. 

Waldbaden oder wie viel Vitamin „W“ braucht der Mensch?

Dass ein Waldspaziergang vitalisiert und düstere Gedanken vertreibt, mögen die meisten schon am eigenen Leibe erlebt haben. Was aber ist von „Waldmedizin“ zu halten oder dem aus Japan kommenden „Waldbaden“? Steckt in ihm nur ein Medienhype oder braucht der urbane, durchtechnisierte Mensch tatsächlich so etwas wie „Vitamin W“, um gesund und froh zu bleiben?

Neurobiologie: Den Honigbienen in den Kopf geschaut

Zu verstehen, wie ein Gehirn funktioniert, gilt als eine der vornehmsten Herausforderungen für die Wissenschaft. Seit den 1960ern widmet sich ihr der Berliner Neurobiologe Prof. Dr. Dr. Randolf Menzel. Er forscht an etwas sehr Kleinem: dem Bienenhirn. Denn Honigbienen leben – wie Menschen – als soziale Tiere in einem Volk, damit stehen sie uns näher als gedacht.

Wildgewordenes Westfalen: Wisente auf 10.000 Hektar

Wisente in Wittgenstein
Wer einmal einem Wisent im Wald begegnete, der weiß, warum sie als „Könige der Wälder“ gelten. Die friedlichen Pflanzenfresser durchstreifen seit 2013 – frei lebend – das Rothaargebirge im Süden Westfalens. Hier ist die „Wisent-Welt Wittgenstein“ zu Hause, ein für Westeuropa einzigartiges Artenschutzprojekt. Wisent-Ranger Jochen Born hat sich Zeit für einen Besuch genommen.

Mit Gründergeist und Handarbeit: Teegärtner aus der Pfalz

Die Pfalz ist ein klassisches Weinanbaugebiet. In seiner Sonne fühlen sich aber nicht nur Trauben wohl, sondern auch Kräutertees. Besser gesagt: Zitronenverbene, Thymian, Basilikum, Oregano, verschiedene Salbei- und Minz-Sorten, dazu Exoten wie Zitronengras oder das China-Kraut Jiaogulan. Sie alle kommen bei den „Teegärtnern“ Christian Weiß und Jessica Schönfeld in Tasse, Beutel und Dose.

Ziegenhirtin aus der Neuzeit: Quereinsteigerin macht in Käse

Ziegen erfreuen sich großer Sympathien. Häufig als reine Liebhabertiere für die Wiesen ums Haus angeschafft, darf man die quicklebendigen Tiere aber keinesfalls unterschätzen. Vor allem nicht, wenn sie auf eine ebenso quirlige Claudia Schäfer-Trumm treffen: Die unternehmenslustige Westerwälderin bewirtschaftet einen Hof mit über 100 Milchziegen. Den selbst veredelten Käse kredenzt sie in ihrer „Kleinen Fromagerie“. Rund 4.000 Gäste schauen hier, im rheinland-pfälzischen Dörfchen Oberrod, jedes Jahr vorbei.

„Du bist nicht allein“. Mikroben und andere Tierchen

Wer sich mit Dr. Bernhard Kegel unterhält, dem kann es zuweilen unheimlich werden. Seit 2013 beschäftigt sich der Naturwissenschaftler mit Bakterien und anderen Mikroben. Sie wurden international zu einem technikgetriebenen Forschungsgegenstand, der sich zurzeit selbst überholt. Auch wenn die Entwicklung noch in ihren Kinderschuhen steckt, ist heute schon klar: Jeder Mensch lebt im Austausch mit Millionen anderer Organismen. Sie bilden in jedem Einzelnen von uns ein hoch individuelles Biokonglomerat, von dem wir noch längst nicht wissen, was es mit uns – ganz persönlich – macht.

Handgeschmiedet und gefährlich scharf: Damaszener-Messer

Patschull mit Messer
Damaszener-Messer bestechen durch ihre einzigartige Optik: In gefalteten Lagen durchziehen mehrere Stahllegierungen die legendär scharfen Klingen. Markus Pattschull gehört zu den wenigen Damaszener-Schmieden, die es in Deutschland noch gibt. Seinen Arbeitsplatz – eine 1.200 Grad heiße Esse – hat er bei der Solinger Messermanufaktur Nesmuk. Während des Interviews ruht in ihr ein Block aus unterschiedlichen Werkzeugstählen, die er kurz zuvor miteinander verschweißt hat.